Eindhoven (NL) * 2016 * Van Abbemuseum * 5 Wochen

Auf Einladung des Van Abbemuseums, sich mit einem Projekt an der Ausstellung Arte Util zu beteiligen, hat die WochenKlausur ein neues Artist in Residence Programm für das Museum und das Zentrum für psychische Gesundheit - GGzE konzipiert und realisiert.


Wie jedes WochenKlausur-Projekt startete die Gruppe auch in Eindhoven eine intensive Recherche bereits im Vorfeld von Wien aus und während eines 2-wöchigen Aufenthalts vor Ort. Dabei wurden über 70 lokale Organisationen kontaktiert und zu Gesprächen eingeladen. Für folgendes Problemfeld konnte schließlich ein Projekt entworfen und umgesetzt werden:
Die deutlichen Zunahme psychischer Erkrankungen sowie deren Ursachen rücken vermehrt in das öffentliche Blickfeld. Nicht zuletzt aufgrund der problematischen Geschichte der psychiatrischen Behandlung sind psychische Erkrankungen immer noch stark stigmatisiert. Allerdings hat die Psychiatrie in den letzten Jahren ein neues Verständnis entwickelt, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen setzt sie zunehmend auf interdisziplinäre Kooperation.

Um diese Tendenz zu unterstützen, hat die WochenKlausur folgendes Artist in Residence Programm entworfen und mit dem Van Abbemuseum und dem Zentrum für psychische Gesundheit - GGzE verhandelt:
Kunstschaffende sollen, da sie nicht in die Hierarchien und Regelungen des Gesundheitssystem eingebunden sind, mit dem Blick von aussen auf Probleme oder Defizite reagieren und künstlerischen Strategien entwickeln, um gesellschaftliche Ressentiments gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen oder die Situation für Betroffene und deren Angehörige zu verbessern.

Einmal im Jahr wird ein Open Call ausgeschrieben auf den sich KünstlerInnen oder Künstlergruppen aus den Bereichen Socially Engaged Art, Partizipative Kunst, Community Art, Art & Science, Social Design oder verwandter Felder bewerben können. Die Umsetzung erfolgt schließlich in folgenden zwei Phasen:

Research -
Die von einer Jury ausgewählten TeilnehmerInnen bekommen die Möglichkeit, im Rahmen eines mehrtägigen Aufenthaltes das GGzE kennenzulernen, mit Betroffenen zu sprechen, ihre eingereichten Projektideen zu überprüfen und zu konkretisieren.

Residency -
Während des zweimonatigen Aufenthaltes steht den Artists in Residence ein Atelier am Gelände des GGzE zur Verfügung. Im regen Austausch mit einem GGzE-Team in dem auch KlientInnen vertreten sind, realisieren sie ihre Projekte. Das Van Abbemuseum betreut sie kuratorisch und organisiert am Ende der Residency eine Präsentation der entstandenen Arbeit.
Als zusätzliche akademische Partner konnte die WochenKlausur die Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam sowie die Fontys Hochschule Eindhoven gewinnen, die mit ihrem Knowhow und ihren Ressourcen bei der Realisierung der Projekte helfen.

Rahmenbedingungen:
Um bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen, hat die WochenKlausur besonderes Augenmerk auf eine faire Finanzierung gelegt: Den Artists in Residence stehen nicht nur Atelier und Wohnung zur Verfügung sondern auch ein Stipendium in der Höhe von € 7.000,- und ein Produktionsbudget bis zu € 5.000,-. Reisekosten sind bis maximal € 2.000,- gedeckt.

Die erste Residency findet im Herbst 2017 statt. KünstlerInnen können sich dafür bis 15.01.2017 bewerben.
Details (in englischer Sprache) unter:
https://vanabbemuseum.nl/en/research/artist-in-residence-programme/artistic-strategies-in-psychiatry/

Johannes Franz, Christine van Meegen, Manfred Rainer, Denizhan Sezer